Donnerstag: Der Tag heute, der viel zu spät und dann wieder viel zu früh angefangen hat, war das reinste Chaos. Erstmal hat es angefangen, dass ich meinen Wecker nicht gehört habe. Dann bin ich hoch, habe gefrühstückt und das Taxi gerufen. Der Typ am Telefon meinte nur, dass er in zehn Minuten da ist. Aus den zehn Minuten wurden zehn Sekunden und ich war noch nicht mal richtig fertig. In Eile bin ich dann hoch, dachte ich hätte soweit alles, habe mich verabschiedet (Chloe hat geweint als ich gegangen bin und Anna hat nur gegrinst und mir einen Luftkuss gegeben), bin zum Taxi und habe mich zum Glück nochmal umgedreht. Da hat meine Gastmutter in ihrem Bademantel vor der Tür gestanden und mit meinem Passport rumgewedelt. Ohne den wäre ich wohl nicht weit gekommen. Am Flughafen musste ich allen übels die blöden Koffer wiegen lassen und der eine war natürlich "etwas" zu schwer. Sie meinte, dass er "viel" zu schwer ist und ich ihn ausleeren muss. Mein Gesicht wurde also immer bleicher und sie hat zwischendurch noch gefragt, ob ich verstehe was sie sagt:D Da ich keinen dritten Koffer hatte, habe ich also eine große Tüte bekommen und alles mögliche reingeschmissen. Bezahlen durfte ich natürlich auch, aber danach war mir eh alles egal. Pünktlich sind wir dann gestartet und ich kam doch noch gut in Toronto an. Die Sonne hat den ganzen Tag geschienen und wir hatten angenehme -8 Grad (hätte nie gedacht, dass ich das Mal sage). Das Hostel ist zwar mitten in der Stadt, aber es gibt keinen Aufzug, kein Schließfach im Zimmer geschweige denn eine Steckdose (also sitze ich im Flurum Sachen aufzuladen) und das Licht lässt auch zu wünschen übrig. Nach Millionen von Fotos bin ich dann zum CN Tower, der höchste freistehende Turm der Welt (oder Canada, weiß nicht mehr genau!?). Von oben hat man eine sehr schöne Aussicht und es gibt auch einen Bereich mit einem Glasboden. Ich habe versucht runterzugucken, aber das war schon zuviel für mich. Es gab tatsächlich welche, die sich drauf gelegt und nach unten geguckt haben, ahh! Ich habe mich nicht mal getraut mit geschlossenen Augen draufzustellen, weil ich Angst hatte, dass alles runterkracht:D:D:D
Abends war ich dann in der Mall, die riesig ist...und als ich nach draußen bin war die ganze Straße aufeinmal voll mit Leuten. Da sich das ganze über zwei Blocks erstreckt hat, habe ich mir gedacht, bleibe ich auch mal stehen (bei mittlerweile -10 Grad). Nach zehn Minuten hatte ich schon keine Lust mehr zu warten. Nach weiteren Minuten war es mir dann auch zu peinlich zu fragen, auf was wir hier warten. Ich hatte schon eine Vorahnung und bin deswegen auch stehen geblieben. Nach einer halben Stunde, habe ich mich gefragt, was ich hier eigentlich mache. Nach weiteren zehn Minuten war ich dann vollkommen durchgefroren und habe mich nicht mehr bewegt. Nach insgesamt zwei Stunden kam dann das worauf wir alle gewartet haben, der Mann mit dem olympischen Feuer. Ich habe also bei -10 Grad zwei Stunden auf der gleichen Stelle gestanden, um das olympische Feuer an mir vorbei ziehen zu sehen. Für einen normalsterblichen hätte das ganze wohl tötlich geendet, aber nach meinem zwei-wöchigen Survivaltraining in Winnipeg, kann mich nichts mehr erschrecken. Nach einer Stunde hat man sich auch mit der Kälte angefreundet, da man weiß, dass es noch schlimmer kommen kann. Da mir so kalt war, wollte ich schnell wieder nach hause. Naja, mir hätte eigentlich kalr sein sollen, dass das bei meiner Orientierung nichts wird, aber gut. Nachdem ich dann eine Stunde sinnlos mit der Straßenbahn durch die Gegend bin, habe ich mir zu guter letzt doch ein Taxi genommen:D
Ich weiß, man lernt nie dazu! Abends habe ich auch noch erfahren, dass ich meine Handyladegerät in Winnipeg vergessen habe,..whatever!
Freitag: Heute habe ich mich auf eine Tour zu den Niagara Falls (sprich: Neiägra falls) gemacht. Gegen 11h haben wir die falls erreicht und es war echt schön. es waren zwar nicht viele Leute da, aber bei angenehmen -5 Grad war es dort oben recht erträglich. Abgesehen davon, sah es aus wie in einem Winterwunderland. Die Bäume und Straßen waren weiß und auf dem Geländer war sogar alles vereist. Really nice! Zum Glück ist meine Jacke extra für Regen gemacht, da ich zeimlich nass geworden bin:D
Gegen 14h haben wir uns dann weiter gemacht, zum Highlight der Tour. Wer wollte, konnte einen Helicopterflug über die Falls machen. Da muss man mich natürlich nicht zweimal fragen und schwupp di wupp saßich auch schon im Helicopter, direkt neben dem Piloten. Wollte ich zwar nicht, da ich ja so meine Probleme mit Höhe haben, aber mich hat auch keiner gefragt:D Schlimmerweise musste ich für das Foto auch noch lächeln als wir abgehoben sind. Am Anfang war mir auch noch etwas mulmig, aber nach einer Weile ging es und hat sogar Spaß gemacht. Von dort oben hat man natürlich einen tollen Ausblick auf die Wasserfälle und den Rest der Stadt.
Und ich galube, ich habe meine Höhenangst bezwungen=)
Zum Abschluss waren wir dann noch in einer Winery und haben kostelos Wein probiert (mein zweites persönliches Highlight). Jetzt sind es nur noch zwei Tage und am Sonntag gehts auch schon wieder los nach Germany!
Dafür hat Dir Gott nicht den Kaufsinn genommen.... HeHeHe